Eigene Texte / Studio Notes

 

"For me my paintings seem to be elaborated sceneries where various actors communicate and perform in a mysterious way. I guess I can't help responding to the complex and sometimes puzzling world affairs with similarly complex and puzzling images. I don't want to reduce the world's noise, but create pictures, that make it audible and visible the way I hear and see it. By this means the works can create their own reality."

 

"In principle, just about anything can start a creative process. Yet to make me actually start something, this beginning has to draw its energy from a multi-faceted experience. I’m not content with just recalling and reproducing something visually pleasing I saw somewhere else. The subject at the heart of my painting has to move me emotionally. While working on that painting usually new links for previously unseen subtexts emerge. Issues and impulses which defined the beginning can connect to new connotations, lines of thought and investigation; even to spontaneous, intuitive acts and decisions. All of that settles down layer by layer, developing interconnections, superimpositions and bifurcations - condensing, disintegrating, and reconnecting again."

 

"Sometimes an emerging painting really looks and feels like a complex, autonomous organism. It reminds me of the human body, with all its neuronal connections, organs, blood vessels, cells, neurotransmitters, receptors and synapses. A painting, as a system, is quite similar: pulsating with life, it waits for me to provide a stimulus, to smuggle in some contraband, which will yield specific, yet hard to predict results. And it cuts both ways: the painting will also take an influence on me. This very exchange constitutes for me pretty much the main attraction of an open, process driven painting technique."

 

 

"Der Bleistift liegt in meiner Hand wie ein Schreibwerkzeug. Ich schreibezeichne eine Linie. Ohne Druck, achtsam und ruhig, als ginge es darum, eine magische Handlung zu vollziehen. Ich beobachte, wie die Linie entsteht. Ich bin ganz Auge und ganz Hand. Ich lausche auf das Echo der Linie in mir. Leise, kaum hörbar, bringt dieses Echo den Raum zwischen Augen und Hand zum Klingen. Ich bin ganz da.
Ich lasse die Linie ihre Richtung ändern: nach oben, nach links, nach unten, nach rechts. Ein Raum entsteht, den ich mit den Gedanken, Empfindungen und Erinnerungen fülle, die sich einstellen. Die Zeichnung wächst, breitet sich aus. Ich beschleunige die Bewegung des Bleistifts, verstärke den Druck. Ich lasse den Stift kreisen, klopfe einen Rhythmus ins Papier. Der Bleistift wird zur Nadel, die Linie zum Faden, mit dem ich verbinde und zusammennähe."

(2008)

 

"Es reizt mich nicht, etwas zu malen, was ich mir ausgedacht habe. Ich möchte gar nicht wissen, wohin die Reise geht, lieber aufbrechen mit unbekanntem Ziel. Die Segel hissen und mit meinem Boot in See stechen. Dann und wann meine Netze auswerfen und schauen, was sich so alles darin verfängt.
Ohne ein klares Reiseziel gehe ich vielleicht ein höheres Risiko ein, Schiffbruch zu erleiden. Aber auf der anderen Seite vergrößere ich damit die Chance, ungeahnte Entdeckungen zu machen, Neuland zu betreten. Diese Aussicht lockt mich und lässt mich auch längere Flauten überstehen, die eine solche Reise nun einmal mit sich bringt."

(2005)

 

"Wenn die weiße Leinwand vor mir auf der Staffelei steht, fühle ich mich manchmal verloren angesichts der vielen Möglichkeiten, die sich vor mir ausbreiten. Diese Freiheit will erst einmal ausgehalten werden!
Wie beruhigend ist es dann, mir klarzumachen, dass ich nicht mit jedem neuen Bild die Malerei neu erfinden muss. Ich kann durchaus das bekannte Material, die vertrauten Vokabeln verwenden. Es geht nur darum, dass ich sie auf meine eigene Weise forme. Dann kann etwas zum Ausdruck kommen, was mir neu und frisch entgegentritt, mich berührt, in Bewegung bringt, mir die Möglichkeit eröffnet, etwas auf eine Art zu sehen, wie ich es noch nie gesehen habe."

(2003)

 

"Plötzlich schält sich das Bild aus der Leinwand heraus, als wäre es versteckt gewesen hinter einer Farbschicht, die nun aufbricht. Stark und präsent schafft es seine eigene Wirklichkeit und lässt mir keine Wahl. Ich muss es so anerkennen, wie es ist: schön und wüst, sperrig und einschmeichelnd, wütend, absurd, verspielt, geheimnisvoll... Oder ich decke es wieder zu mit einer dicken Farbschicht, die aufbrechen wird, irgendwann."

(2001)